4 Diät-Trends im Überblick

Diäten gibt es wie Sand am Meer, doch sind kaum welche so bekannt wie die vier, um die es heute gehen soll. Was taugen sie wirklich und wie gesund sind diese „Ernährungstrends“ eigentlich?

Die Low-Carb Diät

Der Klassiker unter den Diäten ist wohl die Low-Carb Diät. Die Regeln sind meist sehr simpel: es werden wenige bis möglichst gar keine Kohlenhydrate (vor allem abends) zu sich genommen und relativ viel Eiweiß und Fett. So soll ein schneller Abnehmerfolg garantiert werden. Tatsächlich kann man bei dieser Diätform gerade zu Beginn viel Gewicht verlieren. Bei diesem Gewichtsverlust handelt es sich jedoch überwiegend um Wasser, da Glykogen im Körper Wasser bindet und die Glykogenspeicher bei einer Low-Carb Diät beinahe leer sind.

Von kohlenhydratarmen Ernährungsformen ist grundsätzlich eher abzuraten, da diese meist sehr eiweißlastig sind, was wiederum auf Dauer die Nieren schädigen kann. Auch haben manche mit Heißhungerattacken und Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen. Auf ein ganzes Jahr gesehen, ist die Abnahme bei Low-Carb Diäten außerdem nicht höher als bei fettreduzierten Diäten, sodass der Abnehmerfolg kein überzeugendes Argument ist, um auf Brot, Pasta etc. zu verzichten.

Die Paleo Diät

„Paleo“ steht für Paläothikum und bedeutet Altsteinzeit. Der Name ist bei dieser Diät regelrecht Programm und so sollen sich Anhänger der Paleo Diät so ernähren, wie sich der Mensch angeblich in der Steinzeit ernährt hat: von Fleisch, Fisch, Eiern, Obst und Gemüse. Getreide und Hülsenfrüchte, Milchprodukte, raffinierter Zucker und Fertigprodukte sind dabei fast gänzlich verboten. Diese Trenddiät, die aus den USA stammt hat in den letzten Jahren auch in Europa viele Anhänger gefunden und gehört im weitesten Sinne auch zu den Low-Carb Diäten.

Man würde sich heutzutage nicht artgerecht ernähren, denn die Lebensmittel, die in den letzten 10.000 Jahren durch Ackerbau und Viehzucht mit auf den Speiseplan kamen, wären schlecht für den Körper, argumentieren überzeugte Paleo Anhänger. Doch eigentlich habe es keine typische Steinzeiternährung gegeben, sagen Forscher. Es wurde eher das gegessen, was gerade verfügbar war. Es gibt keinen Nachweis, dass es sich dabei um viel Fleisch gehandelt hat. Man geht eher von überwiegend pflanzlicher Kost aus.

Paleo ist an sich keine Mangelernährung, doch gibt es keine wissenschaftliche Grundlage dafür, dass der Mensch zum Beispiel keine Hülsenfrüchte verdauen kann. Es ist definitiv nicht schlecht auf raffinierten Zucker und Fertigprodukte zu verzichten, doch das hat grundsätzlich etwas mit gesunden Ernährungsgewohnheiten zu tun und dafür ist gewiss keine Paleo Diät notwendig.

Die ketogene/Atkins-Diät

Die ketogene Diät ist der Inbegriff für eine Low-Carb Diät, also das Abnehmen durch eine kohlenhydratreduzierte Ernährung. Durch eine kohlenhydratarme Ernährung soll der Insulinspiegel dauerhaft niedrig gehalten werden und der Körper, der nun seine Energie kaum noch aus Kohlenhydraten beziehen kann, verfällt in den Zustand der Ketose. Bei diesem wird die Energie aus Fett gewonnen und soll so dazu führen, dass mehr Fett verbrannt wird. Die Atkins-Diät funktioniert durch die bereits erwähnten Vorgänge im Körper fast genauso. Der Erfinder Robert Atkins hat für die Diät jedoch vier verschiedene Phasen entwickelt, die den Abnehmerfolg unterstützen und dabei helfen sollen das reduzierte Gewicht dauerhaft zu halten.

Die ketogene Diät wird jedoch nicht nur zum Abnehmen angewendet, denn einige Krankheiten werden vor allem bei Kindern mit einer ketogenen Diät behandelt.

Die glutenfreie Diät

Weizen und das darin enthaltene Klebereiweiß Gluten (welches zum Teil auch in Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel und alten Getreidesorten wie Kamut steckt) werden zunehmend ohne triftigen Grund verteufelt. Es gibt keine Hinweise, dass eine glutenfreie Ernährung gesundheitsfördernd ist, außer man gehört zu dem etwa einen Prozent der Bevölkerung, das an Zöliakie leidet. Dann ist eine glutenfreie Ernährung unbedingt notwendig, da sich durch die Zufuhr von dem Klebereiweiß der Dünndarm entzündet und letztendlich zu wenig Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen kann, sodass schwere Nährstoffmängel entstehen. Außerdem gibt es eine Gruppe von Menschen, die sensibel auf Gluten reagieren, jedoch nicht alle Symptome einer Zöliakie aufweisen.

Der Großteil der Bevölkerung hingegen hat keinerlei Probleme Gluten zu verdauen, so ist es umso unsinniger, dass viele Diäten auf eine Ernährung ohne Gluten abzielen, da es schlichtweg unnötig ist darauf zu verzichten und in keinem Zusammenhang mit einer Gewichtsabnahme steht. Es wird mehr und mehr mit glutenfreien Produkten geworben, denn speziell glutenfreie Produkte sind oft deutlich teurer und erleben seit einigen Jahren einen Umsatzboom. Dass also viele Unternehmen auf den Zug aufspringen glutenfreie Produkte zu verkaufen ist kein Zufall, sondern reine Geldmache.

Saft- und Detoxkuren

Sehr beliebt sind seit einigen Jahren auch sogenannte „Juicefasts“, bei denen zum Beispiel über mehrere Tage nur bestimmte Säfte und dazu Wasser und Tees getrunken werden. Sie sollen den Körper entschlacken und versprechen auch eine Gewichtsabnahme. Durch verschieden zusammengesetzte Säfte soll der Körper in dieser Zeit optimal mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt werden und sich so auf eine Entgiftung konzentrieren können. Wissenschaftlich gesehen sind Saftkuren nicht sehr sinnvoll, da es keine „Entschlackung“ im wissenschaftlichen Sinne gibt.

Das bei einer Saftkur verlorene Gewicht ist meist nach kurzer Zeit wieder auf den Rippen und nicht dauerhaft abgenommenes Fett. Es spricht natürlich nichts dagegen sich regelmäßig frische Säfte und Smoothies zuzubereiten, es ist jedoch nicht optimal mehrere Tage am Stück nur Säfte zu sich zu nehmen, um eine Gewichtsabnahme zu erzielen.

Bei dem Wunsch dauerhaft Gewicht abzunehmen sollte man im besten Fall immer auf eine ausgewogene Ernährung achten, bei der vor allem viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen und das Kaloriendefizit nicht allzu groß ist. Anderenfalls ist die Gefahr groß, dass Heißhungerattacken auftreten und der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Auch tritt dann häufig der JoJo-Effekt ein, bei dem nach Beendigung der Diät ein Großteil des abgenommenen Gewichtes sehr schnell wieder zugenommen wird. Wenn dem Körper beispielsweise in einer sehr strengen Diät zu wenig Kalorien zugeführt werden, verfällt der Stoffwechsel in eine Art Energiesparmodus und speichert umso mehr, sobald wieder mehr Nahrung aufgenommen wird.

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