Alles über Eisen und Eisenmangel

Eisen zählt zur Gruppe der Spurenelemente – zwar benötigt unser Körper nur geringe Mengen, dennoch ist Eisen lebenswichtig für den Erhalt bestimmter Prozesse und Funktionen. Der tägliche Bedarf eines gesunden Erwachsenen wird mit etwa zehn mg (Männer) und 15mg (Frauen) angegeben. Schwangere Frauen sollten etwa 25mg Eisen pro Tag aufnehmen (vor allem im dritten Trimester), stillende Frauen 20mg.

Gespeichert wird Eisen in der Leber, in der Milz und im Knochenmark. Es ist wichtiger Bestandteil von Proteinen, Enzymen und unseres Muskeleiweißes. Des Weiteren kommt Eisen in Hämoglobin vor, einem Proteinkomplex, der in den roten Blutkörperchen Sauerstoff bindet und dieses transportiert.

Der menschliche Körper verfügt über etwa vier Milligramm Eisen. Unterschiedliche Erkrankungen, aber auch falsche Ernährung können dazu führen, dass der körpereigene Eisenvorrat zu schnell aufgebraucht wird und ein Eisenmangel entsteht.

Erste Anzeichen für einen Eisenmangel sind allgemeine körperliche Schwäche und Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, Schwindel, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, eingerissene Mundwinkel, brüchige Haare und Nägel, sowie eine höhere Infektanfälligkeit und Kälteempfindlichkeit. Chronischer Eisenmangel kann zu Herzklopfen und Atemnot führen und die allgemeine Gesundheit schwer belasten.

Welche Ursachen hat Eisenmangel?

Häufig ist Eisenmangel auf eine verminderte Eisenzufuhr über die Nahrung zurückzuführen, beispielsweise bei falscher oder Mangelernährung. Auch das Fehlen eines sauren Milieus im Magen (bei zu wenig Magensäure), Magengeschwüre, Darmgeschwüre, Erkrankungen der Darmschleimhaut wie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, bestimmte Medikamente und diverse Operationen wie eine Dünndarmresektion können Ursache eines Eisenmangels sein.

Zudem erhöhen Blutverluste das Risiko für die Entwicklung eines Eisenmangels, beispielsweise bei Frauen während der Menstruation oder aber Blutverluste aufgrund von Verletzungen, sehr häufigem Blutspenden etc.

Wie wird ein Eisenmangel diagnostiziert?

Für die Diagnose eines Eisenmangels ist eine Blutuntersuchung notwendig. Dabei wird ein komplettes Blutbild gemacht und besonders Augenmerk auf folgende Parameter im Blut gelegt:

  • Hämoglobin:Der untere Grenzwert für Hämoglobin liegt bei Frauen bei 12g/dl, bei Männern bei 13g/dl. Liegen die ermittelten Werte unter dem Grenzbereich, liegt ein Eisenmangel vor.
  • Ferritin:Bei Ferritin handelt es sich um das Speichereisen. Im Blutbild wird Ferritin unter “Ferritin-Serumkonzentration” angeführt (beim Blutserum handelt es sich um den flüssigen Anteil des Blutes). Die normale Ferritin-Serumkonzentration liegt bei beiden Geschlechtern zwischen 30 und 450µg/l, alle Werte unter 30µg/l bedeuten einen Mangel an Speichereisen.
  • Transferrin:Bei Transferrin handelt es sich um das Transporteisen. Im Blutbild wird Transferrin unter “Transferrin-Serumkonzentration” angeführt. Die normale Transferrin-Serumkonzentration liegt bei Frauen zwischen 2.0 und 3.1g/l und bei Männern zwischen 2.1 und 3.4g/l. Bei einem Eisenmangel steigt die Transferrin-Konzentration im Blut; im Gegensatz zu den Ferritin-Werten liegen die Transferrin-Werte bei einem Eisenmangel somit über der Norm.
  • Andere Werte:Auch alle anderen Werte sind für eine zuverlässige Diagnose wichtig und werden zur Beurteilung durch den Arzt herangezogen.

Neben den Werten aus der Blutuntersuchung sind natürlich auch die körperlichen Symptome von hoher Bedeutung.

Je genauer der Patient dem Arzt schildert, welche körperlichen Veränderungen auftreten, desto besser kann der Arzt die einzelnen Symptome mit den Ergebnissen aus der Blutuntersuchung in Zusammenhang bringen, um anschließend einen passenden Therapieplan zu erstellen.

Wichtig für die Behandlung ist die Ursachenfindung des Eisenmangels – nur so kann auch der Ernährungsplan optimal an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden, beispielsweise auch durch das Ergänzen von Eisen in Form von hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln.

Eine ausgewogene und reichhaltige Ernährung ist essentiell, um den Körper kontinuierlich mit genügend Eisen zu versorgen. Doch auch die Art wie Eisen über die Nahrung aufgenommen wird ist ein ausschlaggebender Faktor, wenn es darum geht seine Eisenspeicher aufzufüllen.

Damit Eisen vom Körper bestmöglich aus eisenhaltigen Nahrungsmitteln aufgenommen werden kann, muss ein saures Milieu vorhanden sein. Eisen wird im Körper überwiegend im unteren Teil des Magens und im Zwölffingerdarm absorbiert – Vitamin-C unterstützt die Eisenaufnahme im Körper. Vitamin-C-reiche Nahrungsmittel sind beispielsweise Kiwi, Erdbeeren, Orangen, schwarze Johannisbeeren, Paprika, Brokkoli, und Kohl. Auch Zitronensaft ist ein sehr guter Vitamin-C-Lieferant.

Der Verzehr dieser und anderer Obst- und Gemüsesorten fördert die Aufnahme von Eisen im Körper. Menschen, die zu wenig eisenhaltige Nahrungsmittel konsumieren können ihre Eisenabsorption verbessern, indem sie zum Essen beispielsweise ein Glas Orangensaft trinken oder das Dessert durch eine Portion Obst ersetzen.

Gleichzeitig gibt es jedoch auch bestimmte Nahrungsmittel und Getränke, die eine Eisenaufnahme im Körper hemmen, dazu zählen Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse, Weißmehlprodukte wie Nudeln und Weißbrot, Kaffee und Tee. So haben Untersuchungen gezeigt, dass größere Mengen an Kalzium vor allem die Aufnahme von Nicht-Häm-Eisen (Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln) beeinträchtigen.

Auch Eier haben Einfluss auf die Eisenabsorption: Aus Studien geht hervor, dass der Verzehr von bereits einem hartgekochten Ei die Eisenaufnahme aus einer eisenreichhaltigen Mahlzeit um bis zu 28% reduziert. Wer eisenhaltige Nahrungsmittel auf dem Menü hat, sollte etwa eine Stunde vor dem Essen auf diese Produkte verzichten, um die Eisenaufnahme später nicht zu hemmen.

Da es sich bei diesen Produkten um weit verbreitete Nahrungsmittel und Getränke handelt, ist es nachvollziehbar, dass viele Menschen heutzutage von einem Eisenmangel betroffen sind.

Eisen wird mit der Nahrung aufgenommen. Folgende Mengen an Nahrungsmitteln enthalten 15mg Eisen (eisenmangel.at):

Produkt

Menge

Rindfleisch

700g

Huhn

2200g

Weizenkleie

100g

Reis parboiled

1100g

Sojabohnen getrocknet

150g

Linsen getrocknet

200g

Kichererbsen getrocknet

250g

Vollkornbrot

350g

Walnüsse

600g

Heidelbeeren

3000g

Äpfel, Birnen, Melonen

7500g

Des Weiteren gibt es viele verschiedene Gemüsesorten, die reich an Eisen sind, darunter Brokkoli, Spinat, Spargel, Rüben, Grün- und Rosenkohl, und Mangold.

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